Unser 4. Curvy Flohmarkt in Kiel – und warum er mich jedes Mal aufs Neue überrascht

Unser 4. Curvy Flohmarkt in Kiel – und warum er mich jedes Mal aufs Neue überrascht

Es gibt Momente, in denen ich denke: Wie ist das eigentlich passiert?

Gestern war so ein Moment. Die Türen der DiePumpe Kiel gingen auf – und die Menschen hörten einfach nicht auf reinzuströmen. Mehr und immer mehr Menschen. Fast 100 Besucher*innen hatten sich vorab ein Pre-Access Ticket gesichert und standen bereits vor 11 Uhr in einer langen Schlange vor der Tür. Und ab 12 Uhr war freier Eintritt für alle und damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich hatte die Schlange draußen gar nicht so bewusst wahrgenommen – bis die Tür aufging und es einfach kein Ende mehr gab.

Ich hab mich gleichzeitig überrascht, glücklich und durchaus auch ein kleines bisschen stolz in den Moment gefühlt. Wie so oft bei unseren Events.

Es war unser 4. Curvy Flohmarkt in Kiel – und ich möchte euch heute ein bisschen mitnehmen. Hinter die Kulissen, in meinen Kopf, in die Momente, die mich immer wieder bewegen.


Ein Start mit Schmetterlingen der Aufregung im Bauch

Ich bin gestern relativ ruhig in den Tag gestartet. Ein bisschen früher als an normalen Sonntagen. Was natürlich nicht heißt, dass keine Aufregung da ist – die ist beim vierten Mal genauso da wie beim ersten. Geht alles glatt? Sind die Mädels zufrieden mit ihren Standplätzen? Kommen genug Besucher*innen? Werden sie auch fündig?

Mir ist es immer sehr wichtig, dass alle Standmädels mit einem Plus im Portemonnaie und weniger Klamotten nach Hause fahren – und die Besucher*innen ordentlich fündig werden. Wobei weniger Klamotten bei den Standmädels immer so eine Sache ist, denn die schauen natürlich auch bei ihren Nachbarinnen* vorbei.

Obwohl ich noch vor meiner geplanten Ankunftszeit an der Location ankam, dementsprechend weit vor dem Start des eigentlichen Aufbaus ab 10:00 Uhr, erwarteten mich bereits die ersten Mädels am Hintereingang. Sie hatten schon angefangen auszuladen und warteten auf die Platzvergabe. Ich liebe diesen Moment. Er zeigt mir, wie viel Energie und Vorfreude die Mädels mitbringen.


Räumliches Tetris – und eine Frage, die bleibt

Gestern hatten wir 30 Stände mit jeweils zwischen 2 und 4 Metern Breite. Die Pumpe hat ihre Eigenheiten: eine Pumpe mitten im Saal, Säulen, Schrägen – und natürlich Fluchtwege, die immer eingeplant sein müssen. Ich nenne es gern Reality-Tetris, und ich werde besser darin.

Trotzdem habe ich schnell festgestellt: Wir sind eigentlich zu groß für diese Location. Ein bisschen Fülle gehört zum Flohmarkt dazu, doch habe ich einige vertrösten müssen, denen wir dieses Mal keinen Stand anbieten konnten. Doch eine wirklich große Location mit einem flohmarktfreundlichen Preis zu finden ist in Kiel eine echte Herausforderung. Location-Tipps sind daher immer herzlich willkommen!

Was mich beim gestrigen Aufbau besonders überrascht hat: Die Stände waren bereits im Vorfeld binnen zwei Stunden ausgebucht. Und genau das zeigt mir, wie groß das Potenzial noch ist. Es gibt noch immer viele curvy Frauen* in und um Kiel, die noch nichts von unserem Curvy Flohmarkt gehört haben. Ich freue mich sehr darauf zu sehen, wo unsere Reise noch hingehen wird.


Die Geschichten, die ich mit nach Hause nehme

Meine Arbeit für CURVYBEACHGIRL findet im Alltag oft allein am Computer statt. Der Flohmarkt ist das Gegenteil davon – und genau das genieße ich sehr.

Da war gestern ein Paar, das bereits einen Tag vorher angereist war und die Nacht im Camper verbracht hat – nur um zum Curvy Flohmarkt in Kiel zu kommen. Da war eine Dame, die gerade aus Stuttgart zu Besuch in Kiel war und die wir trotzdem erreichen konnten. Und dann gibt es die Gespräche über die Dinge, die uns als mehrgewichtige Frauen* verbinden. Wie Shopping in Einkaufsstraßen für uns aussieht. Was wir uns wünschen, was fehlt. Diese Gespräche sind das Herzstück von allem.

Was mir dabei immer wieder gespiegelt wird – und was ich wirklich liebe: Beide Seiten, Standmädels genauso wie Besucher*innen, berichten, dass alle sehr wertschätzend und wohlwollend miteinander umgehen. Mädels, die sich gegenseitig Handyfotos machen, damit man sehen kann, ob etwas gut sitzt. Spontane Modeberatungen auf der Toilette bei der Anprobe – zwischen Frauen*, die sich noch nie zuvor begegnet sind. Kein Drängeln, kein Gedrücke, auch wenn die Wege mal enger wurden.

Das ist etwas, womit wir uns von vielen Veranstaltungen abheben und da bin ich stolz auf unsere Community und alle Teilnehmenden.


Endlich barrierefrei – ein Meilenstein, der mir sehr am Herzen liegt

Es gibt eine Neuigkeit, die mich gestern vielleicht am meisten gefreut hat: Wir waren zum ersten Mal barrierefrei.

Das war mir von Anfang an ein großes Anliegen – und war bisher immer wieder schwierig umzusetzen. Nun hat es endlich geklappt. Denn CURVYBEACHGIRL soll nicht nur ein Safe Space für Curvies sein. Wir wollen zugänglich sein, in jeder Hinsicht. Und auch da wollen wir gern noch besser werden.

Wenn ihr Tipps, Anliegen oder Ideen rund um Barrierefreiheit bei unseren Events habt – meldet euch. Wir hören zu, sind lernwillig und offen für Veränderung.


Bis zum nächsten Mal

Später am Tag wurde es ruhiger – und diese Phase genieße ich als Organisatorin immer sehr. Das sind die Momente für tiefere Gespräche, für Kontakte tauschen, für spontane Verabredungen. Und natürlich kommt spätestens beim Tschüssagen die eine Frage, die immer kommt.

Wann ist der nächste Curvy Flohmarkt?

Für Hamburg kann ich schon einen Termin nennen: 25. Juli 2026. Unser erster Curvy Flohmarkt in Hamburg und ich freue mich riesig. Für Kiel lasse ich mir noch etwas Zeit, weil ich erneut versuchen möchte eine größere Location zu finden. Wenn ihr Tipps habt – immer her damit.


Danke an alle Standmädels, die gestern ihre Schätze mitgebracht haben. Danke an alle Besucher*innen. Ich konnte vollgepackte Arme und reichlich glückliche Gesichter beobachten. Und danke an DiePumpe Kiel für den Raum und das tolle Team.

Bis zum nächsten Mal – in Kiel, in Hamburg und wer weiß, wo sonst noch.

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